Meine eigene Sichtweise
2017,09,06
Für was ist ein Festival für Frieden und Freundschaft gut?
60 Jahre nach dem Festival in Moskau wurde eine TV-Doku mit mir als Zeitzeugen gedreht, und zwar von „RT Deutsch“ – RT heißt Russian Television.
Das warf natürlich die Frage auf: Für was ist so ein Festival gut? Mein Argument war: Es gibt soo viel Fanatismus in der Welt, da könnte ein Festival einen gewissen Beitrag leisten, diesem Fanatismus gegenzusteuern. – Das setzt allerdings eine starke Offenheit der Festivalteilnehmer gegen andere Sichtweisen voraus. Zudem wäre es überhaupt erst mal wichtig, diese Sichtweisen kennen zu lernen. Und zwar in einer Atmosphäre der Toleranz und Humanität – und dies nicht nur in Worten, sondern in Taten. Also sollte ein modernes Festival dazu dienen, zu diesem Kennenlernen genügend Foren zur Verfügung zu stellen.
Das Festival in Moskau war sozusagen ‚bodenständig‘: Kunst und Musik war nachvollziehbar in Form der Nationalkonzerte und der zwei wichtigen Festivallieder: „Jugend aller Nationen“ und „Podmoskownie Wetschera“. Zirkus-Artistik gehörte ebenso dazu wie die Sportler-Vorführungen auf dem Stadionrasen bei der Eröffnung.
Also ein Festival mit gefühlloser Musik z.B. Rap-Musik oder gar moderner 12-Ton-Musik würde ich persönlich meiden wie die Pest. Eine Art „Documenta“ als Kunstausstellungs-Prinzip würde bei mir Brechreiz auslösen.
Gut, es käme darauf an, in welchem Land solch ein Festival stattfindet. Je nachdem, wie modernistisch sich ein Land gebärdet, wird es entsprechend seine modernistischen Kultur- ‚Errungenschaften‘ in sog. abstrakter Malerei, moderner Architektur, moderner Musik usw. dem Publikum über den Kopf stülpen. – Damit könnte man vielleicht noch leben, denn vielleicht gäbe es ja auch noch ein paar (seltene) Edelsteine darunter.
Nun gibt es aber ein Hauptproblem: Welches Land wäre überhaupt bereit, solch ein Festival zu organisieren und zu finanzieren?
Das eigentliche Problem dabei ist: Für Krieg und Waffen haben die Regierungen Geld ohne Ende. Aber sobald es um Kriegsverhinderung geht, stößt dies auf weitestgehendes Unverständnis und zugenähte Brieftaschen. Man erinnere sich nur mal an das schräge (aber vertuschte) Schicksal der ‚Friedensforschung‘ an westdeutschen Universitäten ab den 70er Jahren.
Nun gibt es aber tatsächlich demnächst das 19. Festival in Sotschi vom 14. bis 22. Oktober 2017
Ich denke, man sollte dieses Ereignis sehr aufmerksam verfolgen!
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Nun zu den damaligen Einschätzungen bzgl. des Festivals:
Erklärung BRD und DDR


Professor Leo Weismantel


Ich lasse 1,5 Seiten aus. Fortsetzung S.4 unten:



Der Rest des Textes von Weismantel, der Katholik aus Würzburg ist, dreht sich hauptsächlich um Christentum und Festival und ist durchaus nicht nur für Christen interessant, hab ich aber hier weggelassen.
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Prof Dr. Franz Paul Schneider über Koexistenz als das Grundprinzip einer sinnvollen Weltordnung


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