(1) Kampos 2009

 

Nachdem wir spätnachmittags mit dem Sonntagsschiff von Samos in Evdilos angekommen waren, ergab sich, daß unsere Überlegung Quatsch war, erst mal in Evdilos 2-3 Tage zu wohnen. Bei diesem ununterbrochenen Baggerlärm vom Hafen her, der den ganzen Ort laut durchschallte, hielten wir es dort keine 2 Stunden aus. Auch sonst war der Ort durch die Baustellen für uns unmöglich geworden.

Daraus folgte die zweite Option: gleich nach Kampos, wo wir 1980 und 1985 schon mal waren. Von damals her kannten wir Vassili, und wir wußten vom Internet her, daß er nun eine Pension in Kampos betrieb.

 

Hier sieht man Vassilis Pension (“Dionysos Rooms”) in Kampos. Es ist das mittlere Haus mit den blau gestrichenen Fenstern und Türen und der Terrasse oben:

 

 

 

 

Wir hatten Glück, Vassili war gottseidank da. Allerdings waren sie im Hause schwer am Bauen und am Fliesen legen, so daß für uns wenig Zeit blieb. Jedoch konnten wir diese Nacht in einem hübschen Pensionszimmer übernachten - sonst hätten wir erst mal nicht so recht gewußt, wie es weitergehen sollte. - Auf dem Tisch sieht man eine DVD, die wir mitbrachten, es waren die digitalisierten Aufnahmen von unseren Super8-Filmen, die wir 1980 in Kampos machten.

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten außerdem das Glück, Vassilis Frau Dimitra kennenzulernen. Sie ist eine Seele von einem Mensch. Ihre Eltern sind Griechen, die nach Australien ausgewandert waren. Sie sprach ein wunderbares Englisch - und natürlich sprach sie auch perfekt Griechisch. Wir konnten uns prima mit ihr unterhalten und sie war uns sehr sympathisch.

 

 

 

 

 

 

 

Man sieht hier direkt von der Terrasse aus auf den Akropolis-Berg der ehemals bedeutenden antiken Polis Oinoi. Rechts davon ist die wunderschöne Kirche von Kampos und des weiteren ein Museum antiker Funde, das von Vassili betreut wird. Vassili ist überhaupt seit etlichen Jahren der gute Geist der Antike auf Ikaria, wodurch er schon in Zeitschriften (z.B. “Geo”) und Dokumentar-Filmen auftauchte. Zeitweilig nannte er sich mit Vornamen “Dionysos” (also Dionysos Vasili), denn Oinoi war besonders dem Dionysos-Kult verbunden. Die Pension heißt deswegen auch nicht ohne Grund “Dionysos Rooms”. Auch kam von Ikaria der beste Wein des antiken Griechenland und findet schon Erwähnung bei Homer und später bei Platon und Aristophanes. Natürlich stellt Vassili auch selber guten Wein her, von dem wir abends noch ein paar Gläser auf der Terrasse tranken, bevor wir in unser Pensionszimmer gingen.

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund sieht man den Oros (=Berg) “Kefala”. 1985 hatten Barbara und ich dorthin eine unvergeßlich schöne Bergwanderung gemacht.

 

 

 

 

 

Man schaut weiterhin von der Terrasse der Dionysos Rooms auf den Ortskern von Kampos - und im Hintergrund den Oros.

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist die Straße von Evdilos nach Armenistis, die durch Kampos führt. Diese Ecke, wo der gelbe Gabelstapler steht, das war früher das Kafeneion von Vassili und seinem Vater. Es gibt ein Foto von 1985, das die gleiche Straßenstelle zeigt (allerdings ohne die Kafeneion-Stühle und -Tische, da es damals im März-April auf der Straße noch zu ungastlich war). Man sieht sogar die beiden weiß gestrichenen schrägen Bäume auch heutzutage noch. - Siehe des weiteren auch Aufnahmen von 1980 dieser Stelle.

 

 

Dieser linke Teil bei den Bäumen gehörte früher im Sommer zu Vassilis Kafeneion und Laden. Vassili bediente über die Straße hinweg, weil es hier kaum Verkehr gab. Barbara und ich waren 1980 ziemlich häufig hier, weil wir im August und September 2 Monate am Beach im Freien und dann noch 2 Wochen im Oktober in einem Haus wohnten (bei Samelou).

 

 

 

 

 

 

Das ist Vassilis Laden (mit den grünen Fensterläden) gegenüber dem gelben Gabelstapler der Fliesenhandlung. Offenbar gehört das neue Haus rechts davon zur Fliesenhandlung, die ja wohl ziemlich boomen muß auf der Insel der 1000 Bagger & Baustellen. Vassili macht schon noch den Laden ab und zu auf. Vor allem abends. Aber ob das noch soo der Treffpunkt ist wie in früheren Zeiten wage ich zu bezweifeln

 

 

 

 

 

 

 

Die Fliesenhandlung hat sich auch hier unten im Tal (an der Straßenkurve) einen Lagerplatz angelegt - offenbar für ausrangiertes Material. Hier ging früher unser Weg durch die Weinstöcke und dann am Flüßchen entlang Richtung Beach. Jetzt der Lagerplatz eines boomenden Geschäftes: Ein gelungenes Beispiel für mich dafür, was Max Weber treffend die “Entzauberung der Welt” genannt hat.

 

 

 

 

 

 

 

Und wo wir schon hier unten in der Straßenkurve sind, können wir doch mal kucken, was aus Samelous Reich geworden ist. So sieht es jetzt aus:

 

 

 

Das hier vorne sind offenbar die letzten kärglichen Überreste. - Verweilen wir jetzt in einer Gedenkminute!

 

 

 

 

 

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